Hitzestress bei Milchkühen

Hitzestress bei Milchkühen

10.08.2020

Damit laktierende Kühe gesund sind und eine hohe Milchleistung erzielen, brauchen sie optimale Lebens­bedingungen. Ein sehr wichtiger Faktor ist das Stallklima. Der thermoneutrale Bereich, in dem Milchkühe ihre Temperatur nicht regulieren müssen, liegt zwischen 4 und 16 Grad. Ab einer Temperatur von 24 Grad sowie hoher Luftfeuchtigkeit entsteht Hitzestress.

Anzeichen von Hitzestress

  • Schwitzen
  • Häufiges Stehen, um mehr Hautfläche dem Luftzug auszusetzen
  • Verstärkte Atmung, Hecheln, Maulatmung
  • Abnahme der Aktivität
  • Geringere Futteraufnahme
  • Höhere Wasseraufnahme

Auswirkungen von Hitzestress bei Milchkühen

  • Niedrigere Futteraufnahme, dadurch Gefahr der Pansenazidose
  • Sinkende Milchleistung
  • Rückgang des Eiweiß- und Fettgehalts in der Milch
  • Schlechtere Fruchtbarkeit
  • Erhöhte embryonale Sterblichkeit
  • Vermehre Anfälligkeit für Euterentzündungen
  • Klauenprobleme

Was hilft gegen Hitzestress

Durch verschiedene Maßnahmen können Tierhalter das Tierwohl erhöhen und maßgeblich zu mehr Gesundheit und Milchleistung beitragen. Neben der Sicherstellung von ausreichender Futter- und Wasserversorgung sollte auf folgende Punkte geachtet werden.

Natürliche Lüftung im Kuhstall

Durch den Einsatz von Seitenwandlüftungssystemen (auch Curtains oder Jalousien genannt) und Textilen Toren wird das Stallklima deutlich angenehmer und gesünder. Die Luftzufuhr im Stall kann mithilfe der Curtains je nach Witterungsbedingungen stufenlos gesteuert werden. AGROTEL bietet verschiedene Windschutzsysteme aus technischer Textilie an, die klare Vorteile im Vergleich zu Schiebefenstern, Kippfenstern oder anderen starren Seitenwandverkleidungen aufweisen.

Bei heißem Wetter kann der Luftaustausch im Stall durch die weit geöffneten Seitenwände optimiert werden. Besonders im Sommer ist es sehr empfehlenswert, die Beschattungsfunktion zu nutzen und die Tiere dadurch vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Milchkühe sollten am Tag insgesamt bis zu 14 Stunden im Liegen ruhen. Diese Phasen sind enorm wichtig für das Wohlbefinden und die Leistung. Das Euter wird im Liegen besser durchblutet und die Gelenke und Klauen werden entlastet. Bei Hitzestress neigen Milchkühe dazu, sich seltener hinzulegen. Mit einer Beschattung der Liegeboxen durch die Curtains kann man angenehme Temperaturverhältnisse schaffen und erreichen, dass auch bei größerer Hitze Ruhe und Regeneration nicht zu kurz kommen.

Besonders empfehlenswert ist es, schon beim Neubau auf sehr große Seitenwandöffnungen und hohe Traufen zu achten. Auch in bestehenden Ställen kann die Situation durch eine Nachrüstung mit Curtains und Toren verbessert werden. Je nach baulichen Voraussetzungen werden spezifische Lösungen angeboten.

Mechanische Lüftung im Kuhstall

Als perfekte Ergänzung der Seitenwandlüftungen bietet sich besonders die Soft Air Schlauchlüftung an. Sie sorgt für verbesserten Luftaustausch, indem Sie frische Luft ins Stallinnere transportiert und verbessert so ganzjährig das Stallklima. Die genaue Bemaßung des Schlauchs und der Austrittsöffnungen wird für den jeweiligen Stall angepasst berechnet.

Dachgestaltung des Stallgebäudes

Um die Aufheizung des Stallgebäudes zu vermeiden, sollte hellen Dachflächen der Vorzug gegeben werden. Besonders geeignet ist die Eindeckung mit einer weißen technischen Textilie, da sie keine Wärme abstrahlt und für angenehme Helligkeit im Stall sorgt. Ein individuell steuerbarer Licht- und Lüftungsfirst sorgt dafür, dass die Abluft zusätzlich zu den Seitenwänden auch über das Dach entweichen kann.